Portrait, Akt, Interaktion

Während die Kategorien der Portrait- und Aktfotografie scheinbar fürs Erste keiner weiteren Erklärung bedürfen, ist mit Interaktion immer das fotografische Thematisieren eines nach außen gerichteten Beziehungsgeschehens gemeint.

Hierbei geht es also um einen zutiefst dialoghaften Prozess, in dessen Zentrum das „Dazwischen“, der Zwischenraum einer Beziehung steht, wie jener zur Natur, eines bestimmten Umfeldes, wie das unserer beruflichen oder einer künstlerischen Tätigkeit, unserer besonderen Interessen und Leidenschaften, einer gewissen Szene oder was auch immer.

Wie in allen Bereichen meiner Arbeit interessieren mich hierbei, neben den ästhetischen, insbesondere die (tiefen-)psychologischen und künstlerischen Aspekte. Wobei ich mit ‚Ästhetik‘ natürlich nicht ‚Schönheit‘ im landläufigen Sinne, nach dem gesellschaftlichen Konsens gängiger Mode, meine.

Denn für mich orientiert sich der Begriff ‚Schönheit‘ vor allem an der Strahlkraft des authentischen Ausdrucks der unterschiedlichen Aspekte unseres Wesens, die hervorzuholen und künstlerisch in Szene zu setzen, für mich die reizvollste Herausforderung meines Berufs als Fotograf bildet.

Daher gehören in meiner Arbeit die kommunikativen, also dialoghaften Prozesse, die künstlerischen, sowie psychologisch-therapeutischen und selbsterfahrungshaften Aspekte untrennbar zusammen.

 

Letztlich stellt doch im Leben alles ein Beziehungsgeschehen dar.

Kommen wir daher zum fotografischen Herausarbeiten eines nach innen gerichteten Beziehungsgeschehens:

 

Die Portrait-Fotografie

Auch bei diesem Angebot geht es im Grunde um Beziehung, nämlich um jene zu unserem unmittelbaren Wesens-Ausdruck, wie er einerseits ist, und wie er andererseits eigentlich ist.

Die unterschiedlichen Seiten unseres Wesens, aber natürlich auch unserer gewordenen Persönlichkeit zeigen sich im Gesicht – oder vielmehr in unseren vielen Gesichtern, auf deren Spurensuche wir uns hier begeben.

 

Die Akt-Fotografie

Die Beziehung zu unserem Körper ist nochmal ein eigenes und äußerst weit umspannendes Themen-Feld, mit dem ich mich intensiv seit Jahrzehnten, sowohl als Mensch, als Tänzer wie auch als Tanz-, Bewegungs- und Kommunikationslehrer sowie als Autor zahlreicher Essays und Bücher, befasse. Letzteres bevorzugt über das Medium des Tanzes.

Denn der argentinische Tango stellt als reiner Improvisationstanz ohne jegliche Formen-Festlegung, ein hoch verdichtetes Feld nonverbaler und rein körperbezogener Kommunikation dar, bei dem sich die Grund-Prinzipien für jegliches Beziehungsgeschehen und jeder Art von Kommunikation in Reinstform zeigen.

Und in dieser nonverbalen, ziemlich unmittelbaren Real-Kommunikation bilden sich natürlich immer auch unsere Kommunikations-Muster und alle eingeprägten, also automatisierten, unbewussten Verhaltensweisen in den diversen Beziehungs-Geschehen mit ab. Denn gerade im Tango gilt: „Man kann nicht nicht kommunizieren“.

 

Doch kehren wir zurück zur Akt-Fotografie, beziehungsweise zu meinem persönlichen Ansatz dabei. Mir geht es hier hauptsächlich darum, den ästhetisch sinnlichen Genuss an der eigenen Körperlichkeit, die Freude daran, künstlerisch zu würdigen und zu feiern, dadurch vielleicht auch ein Wenig zur Verbesserung der Beziehung mit dem eigenen Körper beizutragen, die bei den meisten Menschen ja nicht ganz unbelastet ist. Hierbei eröffnet sich ein weiter individuell variierbarer Gestaltungsraum.