Natur-Dialog, Allegorien und Archetypen

Mensch und Natur-Dialog – als Öffner sowie die Arbeit mit Allegorien und Archetypen

 

Unser modernes Leben ist weitestgehend von einseitiger und oftmals seichter Rationalität sowie trockenem Nützlichkeits-Denken dominiert. So auch unsere Arbeits- und sonstigen Lebenswelten.

In deren kühlen, glatten und versachlichten Oberflächen, in denen die Poesie als Nahrung unserer Seele und unseres Geistes nicht mehr so leicht wurzeln kann, findet oft auch unser Inneres nicht mehr genügend Platz und Nahrung, um sich angesprochen und eingeladen zu fühlen. Was dazu führt, dass es sich mehr und mehr aus unserer Selbstwahrnehmung zurückziehen und in einer Art Kälteschlaf versinken kann.

Meiner Erfahrung nach, neben konstanter Überlastung und Überforderung, einer der Hauptgründe für eine chronische Depression.

Das wichtigste, das wir haben, ist jedoch unser Selbst. Diesem sich gewiss zu sein, es kraftvoll und lebendig zu spüren, in seiner gesamten Emotionalität und in dessen Anbindungen an seine Herz-Qualitäten von Liebe, Weisheit, Mut, Erkenntniskraft, höherer Inspiration, ganzheitlichem Verstehen sowie persönlicher Integrität, ist letztlich, was wirkliche GESUNDHEIT ausmacht.

Und eine solche Selbstvergewisserung resultiert immer aus einem ungehinderten Dialog-Geschehen mit der Gesamtheit dessen, was Leben eigentlich ausmacht, in unserem inneren- wie auch äußeren Universum.

Ein wesentliches Werkzeug bilden hier natürlich unsere kognitiven Fähigkeit, an erster Stelle solche, die uns zur Selbst-Reflexion befähigen.

Bildzitat: aus einem der Bände meiner Buchreihe "Nymphenspiegel" Foto und © Ralf Sartori

Bildzitat: aus einem der Bände meiner Buchreihe “Nymphenspiegel” Foto und © Ralf Sartori

Doch um mit dem Lebendigen kommunizieren zu können, bedarf es schlicht und einfach auch des Lebendig-Organischen in unseren nahen Lebenswelten. Denn alles LEBEN stellt ein Beziehungsgeschehen dar, zwischen einem „Ich“ und einem „Du“. Oder wie der Religions-Philosoph Martin Buber es einmal ausdrückte: Das Ich wird am Du zum Ich, und das Du am Ich zum Du. Und ein solches „Du“ lässt sich im weitestens Sinne als das jeweils „Andere“ fassen und begreifen, als ein „Gegenüber“ eben. Dies kann ein Mensch, aber auch eine Arbeit, eine Aufgabe, etwas uns Umgebendes sein, jedoch ebenso ein eigener Wesensanteil, mit dem wir uns auseinandersetzen und kommunizieren oder ein „Inneres Du“. Denn ist nicht jedes Nachdenken und Reflektieren immer auch eine Form von innerem Zwiegespräch, zwischen „Zweien“ oder „Mehreren“, zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten, Perspektiven, Standpunkten und Seins-Impulsen, die sich durchaus, gar nicht so selten, im Widerspruch zueinander befinden können?

Doch kehren wir hier, im Zusammenhang mit diesem Fotografie-Angebot, noch einmal zu der eingangs geäußerten These zurück, dass sich das lebendige und beseelte Selbst in uns nur spüren lässt, wenn es in Beziehung tritt mit einem lebendigen und beseelten Gegenüber.

 

Eine dabei sehr einfach zu aktivierende  Primärbeziehung ist die zwischen Mensch und Natur, deren Aspekte in der Bildenden Kunst schon immer durch Allegorien verbildlicht wurde.

ein Feld, mit dem sich fotografisch wundervoll spielen und experimentieren lässt. Und hierbei berühren wir ganz von selbst die Sphäre der Archetypen des Daseins, denen wir sowohl in der äußeren Welt als auch in unserem Innern begegnen.

Eine weitere Beziehungs-Ebene stellt dabei jene zum eigenen schöpferisch-künstlerischen Ausdrucksvermögen und dessen Manifestationen dar. Und eine dritte Beziehungs-Ebene (während unserer fotokünstlerischen Exkursion) ist die zwischen der Klientin, des Klienten, und mir, als therapeutisch arbeitender Fotograf und Co-Moderator des Spiels.

In diesem ‚Beziehungs-Dreieck‘ bewegt sich meine Arbeit im Rahmen dieses Angebots, während unserer Foto-Exkursion.

 

Ein kurzer Blick in die Parallel-Welt Lyrik

Wie der Fotograf, so beschäftigen wir uns auch in der Lyrik mit Bildgestaltung, nur dass wir hier mit der Verdichtung verbaler Sprache arbeiten und damit metaphorische Sinn-Zusammenhänge hervorbringen.

Ansonsten jedoch bestehen aus meiner Sicht, zwischen beidem, mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Deswegen verbinde ich in meiner Arbeit auch gerne beide Bereiche.

Daher:

Als kostenloses Zusatzangebot in einem ganz anderen Feld, das jedoch ideenverwandt ist und ähnliche Potenziale aufweist, Anliegen und Zielsetzungen vertritt sowie auf demselben ‚Wirkungs-Dreieck‘ basiert, ist eine Offene Garten- und Park-Poesie-Gruppe an wechselnden Orten, als Forum zu Austausch und gegenseitiger Anregung:

„Der Tisch der Träume“

Eine offene Poesiegruppe für dichtende Flaneure

und lustwandelnde Dichterinnen im Garten

Oder „La Mesa de los sueños“,

eine Metapher, wie sie der Argentinische Filmemacher und Magische Realist Fernando Enrique Solanas auch in seinem Film „Sur“ verwendet, um die „innere Kraft des Begehrens“ – angesichts widrigster äußerer Umstände, in diesem Fall während der argentinischen Militär-Diktatur –, auszudrücken.

Von ihm stammt der Ausspruch: „Es ist eine Illusion, ein Kind der Realität zu sein, nein, das sind wir nicht. Wir sind Teil eines poetischen Wesens, das eine Idee ausmacht. Von da ausgehend konstruieren sich die großen Metaphern.“ Wie „das Café“, „der Tango“ oder beispielsweise der „Garten“ …, möchte man hinzufügen …

Und „Gärten sind Liebesbriefe an die Natur“, wie Dieter Wieland es trefflich formulierte. Natur, und insbesondere Gärten, öffnen, denn sie sprechen uns in unserer Tiefe an, sowie sonst nur die Liebe und der Eros dies vermögen.

Gedichte sind spontane Äußerungen, dem lebendigen Sein in Bildern und metaphorischen Sinn- und Bedeutungszusammenhängen zu antworten, seiner ureigenen Sprache. Ähnlich wie dies in unseren Träumen von allein geschieht.

Ganz gleich, ob Gedicht, lyrische Prosa oder Traum, immer bildet sich darin natürlich auch unser Inneres, in seinen gegenwärtigen Prozessen, mit ab.

So sind poetisch-literarische Texte aber auch Äußerungen, die, manche mehr, andere weniger, vielleicht noch ein wenig des Schliffs und struktureller Nachbearbeitung vertragen, um ihr Aussage-Potenzial zu schärfen, zu vertiefen oder zu erweitern. Und dazu finden die TeilnehmerInnen untereinander Austausch und Anregung in dieser Gruppe.

„Der Tisch der Träume / La Mesa de los sueños“ findet unregelmäßig und an wechselnden, jedoch immer besonderen, poetischen Orten statt.

Um den nächsten Termin zu erfahren und sich anzumelden, nehmen Sie bitte Verbindung zu mir auf. Meine Kontakt-Daten befinden sich im Impressum

Die Teilnahme daran ist stets kostenlos. Teilnahmevoraussetzung ist jedoch:

  1. das Mit- bzw. Einbringen eines eigenen Textes (als Gedicht oder in lyrischer Prosa, zwischen einer und zwei Seiten). Wir tauschen uns aus, lesen einander unsere Texte vor, geben und erhalten Resonanz und Anregung darauf. Für die besten Texte gibt es eine Publikationsmöglichkeit bei einem renommierten Münchner Verlag.
  2. Die Teilnahme bedarf einer verbindlichen Anmeldung, spätestens 48 Stunden vor dem Termin, per Mail: nymphenspiegel@aol.com, oder auch telefonisch, unter 0172/ 827 55 75. Die Mindest-Teilnehmerzahl, die für das Zustandekommen der Gruppe erforderlich ist, liegt bei drei Personen.

Sofern es nicht genügend Anmeldungen geben sollte, erfolgt eine Absage des Termins an die bisher angemeldete(n) Person(en), mindestens 24 Stunden vorher. Das Mitbringen von Kindern ist ab einem Alter von zehn Jahren möglich. Moderiert wird dieses offene Forum von mir selbst.

 

Doch spannen wir den Bogen wieder zurück zum eigentlichen Thema dieser Homepage, der ‚Fotografie‘, und speziell in diesem Themen-Zusammenhang hier, zu den fotografisch-poetischen Selbsterfahrungs-Exkursionen:

Da ist zuerst einmal unsere aus Erwartungen (fremden und eigenen) geformte Oberfläche, die wir der Welt und in Teilen auch uns selbst darbieten. Sie lässt sich natürlich abbilden. Als künstlerisch reizvoll und aussagekräftig erweist sich hier zuweilen das Mittel der Überzeichnung.

Doch ergiebiger sind die Tiefenbereiche mit ihren oftmals vernachlässigten oder verdrängten Inhalten, wo sich noch ungenutzte Quellorte unserer Lebendigkeit befinden.

Diese wenig oder ungelebten Facetten unserer Persönlichkeit auf einer Fotoreise zu verbildlichen – darin könnte deren eigentliches Abenteuer bestehen. Auch die verschiedenen Zustände unserer Befindlichkeiten, die wir solange nach außen abschirmen, bis sie uns im Alltag mit all seinen Zwängen langsam selbst aus dem Blick geraten.

Solche Bilder können einen wahren Schatz darstellen, der in ihrer privaten Obhut bleibt, wo er ihnen in Zeiten stiller Betrachtung Orientierung und Erinnerung bietet.

 

Ein Generalschlüssel zu Momenten fotografischer Selbstbegegnung ist erfahrungsgemäß unsere Beziehung zur Natur, die uns mit leichter Hand innerlich öffnet, wo wir es zulassen. Denn sie und der Mensch sind in der Tiefe des Wesens verbunden und eins.

Einen wichtigen Meilenstein einer solchen Reise kann dabei für viele, die dafür offen sind, der Rückgewinn einer poetischen Weltsicht darstellen, in der die Dinge beginnen, zu uns in ihrer eigenen Bildhaftigkeit zu sprechen.

Denn auch die Selbst-Gewahrwerdung ist ein fortlaufendes Beziehungsgeschehen mit unserer Mitwelt.